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Die in Abbildung 1 gezeigten periodischen
Gitter werden zum Messen der MTF mittlerweile
kaum mehr verwendet. In modernen MTF-Messanlagen
wie dem ImageMaster®-System
kommt als Objekt ein einzelner beleuchteter
Spalt auf dunklem Hintergrund zum Einsatz.
Mathematisch kann ein einzelner schmaler
Spalt als Summe über alle Ortsfrequenzen
(Fourier-Synthese) betrachtet werden. Alle Frequenzen
tragen mit derselben Amplitude (=
1) zu diesem Spalt bei; die endliche Spaltbreite
bleibt im Rahmen dieser Betrachtung unberücksichtigt.
Der Einzelspalt wird in die Bildebene
des Prüflings projiziert. Aufgrund von
Beugung und Abbildungsfehlern entsteht in
dieser Ebene kein perfektes Abbild des Spalts,
sondern eine verbreiterte, verwaschene Darstellung.
Dies ist die sogenannte Linienbildfunktion
(engl. Line Spread Function, LSF).
Basierend auf einer Fourier-Analyse kann der
Beitrag jeder einzelnen Ortsfrequenz zu der
LSF ermittelt werden, d.h. die Amplitude zu jeder
Ortsfrequenz stimmt mit dem Kontrast bei
dieser Frequenz überein. Die Fourier-Analyse
der Linienbildfunktion ergibt demnach die
MTF des Prüflings. Durch Messung der LSF erhält
man die MTF für das gesamte Ortsfrequenzspektrum.
Alternativ kann als Objekt
auch ein Fadenkreuz (also eine gekreuzte Anordnung
von zwei Spalten) genommen werden.
Die MTF kann dann gleichzeitig in zwei
Bildrichtungen gemessen werden, sofern eine
CCD Kamera als Sensor verwendet wird. Gebräuchlich
ist auch ein Pin-hole (leuchtender
Punkt) als Objekt. Das Bild eines solchen Pinholes
wird als Punktbildfunktion bezeichnet. Aus
dieser Funktion lassen sich die MTF-Werte für
alle Richtungen innerhalb der Bildebene errechnen.
Die grundlegenden Begriffe und
mathematischen Beziehungen zur optischen
MTF Messung sind in der ISO-Norm 9334 beschrieben. |